Wolken über der Wahner Heide

Durch die Wahner Heide nach Rösrath

Nachdem mich bei meiner letzten Wanderung durch die Wahner Heide der Lärm von Autobahn und Altenrather Straße so gestört hatte, habe ich mir diesmal den nordöstlichen Teil des Naturschutzgebietes ausgesucht. Der Wetterbericht ist nicht grandios, aber wir könnten trocken durchkommen, Schauer muss es ja nicht bei uns geben!

Wir, das sind mein jüngerer Sohn und ich. Wir lassen uns bei Burg Sülz an der Straße zwischen Lohmar und Rösrath absetzen und gehen über die für Autos gesperrte Brücke über die Sülz und die Autobahn hinauf nach Altenrath. Am Waldrand stoßen wir auf ein merkwürdiges flaches Häuschen auf einem hohen Pfahl: Bei näherem Betrachten erkennen wir innen und außen an allen Seiten Schwalbennester, künstliche wie es aussieht.

Wohnanlage für Schwalben
Eine noch unbewohnte Wohnanlage für Schwalben

Ob es noch zu früh im Jahr ist? Es sind keine Schwalben an den Nestern zu beobachten, aber vielleicht kommen sie noch. Da ist noch etwas, das aussieht wie ein kleiner Ghettoblaster. Es könnte eine Kamera sein, eine Schwalbenwebcam, vielleicht gibt es ja irgendwo im Internet Bilder davon? Hinweise darauf gerne als Kommentar oder Mail, ich habe die Kamera nicht gefunden, aber ähnliche Insatllationen an anderen Orten.

Hinauf durch den Buchenwald passieren wir Altenrath am nördlichen Ortsrand, queren die Alte Kölner Straße und wandern nun durch offenes Heideland zur ehemaligen Tongrube, heute ein See. Das Heidekraut ist im Frühsommer unspektakulär, schön sind aber die unzähligen zitronengelben Blüten des Kleinen Habichtskrauts und das dunkle Blau der Kreuzblumen.

Kleines Habichtskraut
Das Zitronengelb des Kleinen Habichtskrauts

Hier ist nur der Weg Richtung Nordwesten zulässig, wir halten uns an die Vorgaben des Naturschutzgebietes und folgen ihm. Das tun nicht alle Spaziergänger aber immerhin die Hälfte der Hundebesitzer hält sich an die Leinenpflicht.
Als wir an einer größeren Pfütze Kaulquappen und zwei Frösche beobachten, erzählt uns ein Reiter, dass ein Stück weiter in der ehemaligen Panzerwaschanlage ganz viele Frösche seinen und auch eine Blindschleiche. Bei den Fröschen haben wir Glück, die Schlange sehen wir zum Bedauern des Sohnes nicht. Da der Rand des Wasserbeckens betoniert ist, flüchten die Frösche nicht, da sie die Schritte der Spaziergänger wohl nicht wahrnehmen können.
Gut getarnt, ein Frosch
Gut getarnt, ein Frosch

Wenn ein bisschen Ruhe herrscht quaken die grünen Gesellen auch munter und stellen mich vor die schwer lösbare Aufgabe trotz deutlicher Zeitverzögerung beim Auslösen die aufgeblasenen Schallblasen abzulichten. Da man bei einer Digitalkamera ja nicht an Aufnahmen sparen muss, mache ich auf gut Glück Aufnahmen und siehe da, auf einigen Bildern sind die Schallblasen der Froschmännchen wunderbar zu sehen. Das muntere Gequake entschädigt für die fehlende Ringelnatter. Diese ist aber sicher ein guter Vorwand nochmal wieder zu kommen.
Ein Frosch mit aufgeblasener Schallblase
Ein Frosch mit aufgeblasener Schallblase

Jenseits der Straße treffen wir dann auf ein paar Landschaftspfleger: eine Herde Ziegen. Ihre Vorliebe für junge Bäume macht man sich hier zunutze, um große Bereiche des Naturschutzgebietes offen zu halten.
Ziegen auf dem ehemaligen Kasernengelände
Nachwuchs bei den Ziegen auf dem ehemaligen Kasernengelände

Nach einer Mittagspause unter einfliegenden Passagiermaschinen finden wir auf einer anderen Weide die Kollegen der Ziegen, Glanrinder. Leider halten sie mehr Abstand und denken nicht daran aufzustehen. Eindrucksvoll sind sie trotzdem. Ihre Weide teilen sie allerdings mit eher gewöhnlich aussehenden braunen Rindern, zu denen es keine Informationen auf den Tafeln gibt.

Weiter geht es zwischen Wald und Weide hinüber zum Geisterbusch. Um dem heranziehenden Regen unseren Respekt zu zeigen, ziehen wir bei den ersten Tropfen die Regenjacken an und setzen unseren Weg fort. Auf den großen eingezäunten Flächen im Geisterbusch sind es Esel, die uns mit ihrem Anblick erfreuen, sind wir doch beide große Freunde dieser freundlichen Grautiere.
Esel beim Wälzen
Esel beim Wälzen, auch eine Form der Landschaftspflege

Obwohl es nach dem ersten Schauer im Westen wieder heller wird, begleitet uns ein langsam, aber sicher stärker werdender Regen bis zum Bahnhof Rösrath Stümpen. Dort unterm Dach kann ich die Kamera mal wieder herausholen und unseren unverdrossenen Begleiter vor den dicht fallenden Tropfen fotografieren. Die nassen Hosen trocken im Zug, während wir die verdiente „Regenschokolade“ essen.
Im Haltestellenhäuschen
Warten auf den Zug

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