Naatbachtal

Wanderung durchs Naafbachtal

Eine meiner Lieblingswanderungen führt durchs Naafbachtal vom Bahnhof Overath zum Bahnhof in Honrath. An beiden Bahnhöfen fahren die Regionalbahnen die meiste Zeit sogar im Halbstundentakt, so dass ich mich nicht um besondere Pünktlichkeit bemühen muss. Dann übern Berg ins Nachbartal und vergessen ist das Rasenmähergebrumm von Overath und der Verkehr der Bundesstraße im Aggertal. Das Naafbachtal ist eines der wenigen Wiesentäler im Bergischen, in dem keine Straße verläuft und den Wandergenuss schmälert. Hier höre ich nur Vogelgezwitscher, Blätterrauschen und gelegentlich das Plätschern des Baches.

Von Overath hinüber ins Naafbachtal

Vom Bahnhof Overath weiter in Fahrtrichtung überquere ich die Agger auf der Fußgängerbrücke und folge dann dem kleinen Trampelpfad an der Agger nach rechts. Vorsicht, dort sind jetzt schon zahlreiche Exemplare des Riesenbärenklaus im Gras am Ufer zu sehen. Von diesem Neophyten mit seinen riesigen Blättern sollte man sich und seine Kinder tunlichst fernhalten wegen der phytotoxischen Wirkung des Gifts aus den Nesselhaaren.

Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)
Auch klein schon eindrucksvoll, aber keinesfalls berühren: der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Die Agger wendet sich nach rechts, ich gehe nach links und folge der Dorfstraße (zuerst „Aulhof“ dann „Wasser“) den Berg hinauf. Verlasse sie nach links auf einem Schotterweg nach Schiefental. An ein paar halbwüchsigen Kühen vorbei gelange ich zu den wenigen Häusern dieses Ortsteils und folge dem kleinen Zufahrtssträßchen den Berg hinauf.

Weg hinauf nach Schiefental
Weg hinauf nach Schiefental

Mein Ziel ist das Örtchen Halzemich. Von der Höhe habe ich eine schönen Blick über die Hügel bis hin zu den Gipfeln des Siebengebirges und zur Eifel.

Siebengebirge
In der Ferne das Siebengebirge

Unmittelbar hinter Halzemich verlasse ich den Teer nach rechts auf einem Wiesenweg. Am Waldrand wähle ich den Weg der rechts des Siefen ins Tal hinab führt. Siefen heißen hier im Bergischen die tief eingeschnitten, schluchtartigen Waldtälchen. Von dort kommt wohl auch der schwarz-gelbe Geselle, der sich über den Weg müht, ein Feuersalamander.

Feuersalamander
Ein Feuersalamander auf dem Weg

Immer abwärts an ein paar aufgegebene Fischteichen vorbei geht es Richtung Naafbachtal. Da es in den letzten Tagen relativ trocken war, ist der Waldweg gut zu gehen, ansonsten ist der viel auch von Reitern genutzte Weg oft die erste Matschprüfung auf dieser Wanderung. Aber ist die Hose erst mal schlammverschmiert, wandert es sich ganz ungeniert!

Im Naafbachtal

Kaum haben ich den Talgrund erreicht, verlassen ich den Wald und genieße die Sonne und das im Gegenlicht leuchtende Frühlingsgrün der gepflegten Wiesen. Der Naafbach mäandert in weiten Bögen über die Talsohle immer begleitet von Erlen rechts und links seines Laufs.

Naafbach
Der Naafbach mäandert durch die Wiesen

Mein Weg folgt dem Naafbach das Tal hinab, immer am rechten Hangfuß bleibend. Wege zurück auf die Höhe oder hinüber über den Bach ignoriere ich, um möglichst lange in diesem schönen Tal wandern zu können.

Talweg im Naafbachtal
Der Talweg im Naafbachtal

Nur die steinerne Brücke ganz zu Beginn nutze ich, um auf der anderen Bachseite an einer kleinen Furt Pause zu machen. An den Furten, durch die die Landwirte zu den Wiesen auf der anderen Seite fahren, oder dort, wo der Weg direkt am Bach entlang führt, kann man schön am Ufer rasten und auch die Kinder spielen lassen. Ansonsten sollte man die Wiesen in diesem Naturschutzgebiet selbstverständlich nicht betreten.

Sumpfdotterblume
Das unglaubliche Gelb der Sumpfdotterblume

Trotz des grandiosen Wetters und der milden Temperaturen sind außer einer Frau mit großem Rucksack nur ein paar Spaziergängern mit Hunden unterwegs. Hoffentlich lesen ein paar davon die sehr freundlich formulierten Hinweise auf dem Faltblatt an der Infotafel zum Naturschutzgebiet: „Woher soll der Vogel, der am Boden brütet, wissen, wie gut ihr Hund erzogen ist? Der Vogel wird auffliegen und sein Gelege oder seine Brut bei mehrmaligen Störungen vielleicht sogar verlassen!“

Wer dieses schöne Tal besucht, sollte auch durch sein Verhalten dazu beitragen, dass seine Schönheit erhalten bleibt. Dazu gehört auch, dass man auf dem Weg bleibt. Auch wenn dieser manchmal sehr matschig und voller Pfützen ist. Andernfalls wir aus einem zwei Meter breiten Fußweg ein viele Meter breiter zertrampelter Streifen auf der Talwiese.

Streckenweise ist der Weg sehr matschig
Streckenweise ist der Weg sehr matschig, wenn es mehr geregnet hat sogar deutlich matschiger als heute

Wer um seine gepflegten Schuhe fürchtet, sollte das Tal nur zwischen Ingersauel und Kreuznaaf durchwandern. Dort verläuft ein Schotterweg, auf dem man auch gut radfahren kann. Im oberen Teil des Tales zeigen Bikespuren im Gras, dass sich leider auch einige Mountainbiker nicht durch den Matsch trauen. Im Zweifel kann man ja auch ein Stück durch den Matsch schieben, statt auf die Wiese auszuweichen.

Doch ich lasse mir die gute Laune nicht nehmen und freue mich an der Landschaft und netten Spuren vom Menschen, wie dem kleinen Birkenmännchen.

Holzmännchen
Holzmännchen an einem Baum in der Nähe der steinernen Brücke

Nachdem ich das kleine Sträßchen, das bei Ingersauel das Tal quert, passiert habe, weitet sich das Tal nochmals ein wenig mehr. Vom Hahnenfuß gelb gesprenkelte Wiesen bedecken den Talgrund.

Die weiten Talwiesen
Die weiten Talwiesen bei Ingersauel

Und wieder hinüber ins Aggertal

Bei Büchel verlasse ich den Weg im Tal, um nicht zu weit im Aggertal zum Bahnhof zurück laufen zu müssen. Auf einem schmalen Fußweg am Waldrand und zwischen Weiden steige ich wieder hinauf auf den Höhenrücken und quere ihn bei Höffen.

Hinauf nach Höffen
Schöner Grasweg am Hang hinauf nach Höffen

Ein letzter Blick zurück über das Naafbachtal und ein weiter Blick nach Westen, dann geht es wieder hinunter ins Aggertal, durch Neuhonrath hindurch, an Honsbach und Naafshäuschen vorbei. Weil ich nicht auch noch den Ortsteil Agger durchqueren möchte, wähle ich den Fußweg über den halbhohen Hügelrücken, auf dem Honrath mit seiner hübschen, alten, weißen Kirche liegt. Diesen Ort verlasse ich direkt wieder und in wenigen Minuten bin ich beim zugehörigen Bahnhof. Ich habe Glück sechs Minuten später kommt schon mein Zug.

Hier seht Ihr die Tour bei komoot, nur der Grasweg nach Höffen fehlt bei komoot auf der Karte, ich habe eine Variante eingetragen. Viele Spaß beim Nachwandern!

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