Weg bei Lind

Geheimtipp Sahrbachtal

Das Ahrtal und den Rotweinwanderweg kennt im Rheinland fast jeder. Es ist ja auch sehr schön dort: auf der Sonnenseite mitten in den Weinbergen mit Blick auf das Tal und die beeindruckenden Felsen auf der anderen Seite. Entsprechend überlaufen ist es dort an Wochenenden, besonders bei schönem Wetter. Wer es ruhiger mag, sollte ein weniger bekanntes Seitental der Ahr zu seinem Ziel machen: das Sahrbachtal.

Anders als im Ahrtal sind die Hänge des Sahrbachtals sanfter, die angrenzenden Berge sind nicht ganz so hoch. Oft finden sich auf den Hochfächen Dörfer umgeben von Wiesen, so beispielsweise bei Lind. Von dort hat man einen wunderbaren Blick nach Süden über die Gipfel der Eifel mit dem markanten Aremberg.

Blick von Lind zum Aremberg

Die Hänge sind oft sehr steinig und vielfach von schönem lichtem Eichenwald bedeckt. Die Talsohle ist breit genug für Wiesen, die auch noch regelmäßig gemäht werden oder als Kuhweiden dienen. Die Straße im Tal ist schmal und nicht allzu befahren. Der Sahrbachtalweg verläuft meist am Waldrand am Hangfuß. Das schönste Stück des Tales und des Talweges verläuft zwischen dem Campingplatz Sahrtal und Binzenbach. Hier finden sich am Weg auch Infotafeln zu Flora und Fauna und zu früheren Nutzungsformen (Köhlerei und Schiffelwirtschaft). Zwei begehbare alte Bergbaustollen mit aufschlußreichen Infotafeln geben einen Einblick in diesen Teil der Geschichte des Tales. Für Kinder sind hier Taschenlampen nützlich.

Stollen im Sahrbachtal

Der Sahrtalweg ist Teil des Wegenetzes, das der Freundeskreis Sahrbachtal markiert hat und mit seinen Besonderheiten pflegt. Eine Übersicht über diese Wege ist auf der Website des Freundeskreises zu finden ebenso eine Bestellmöglichkeit für die praktische Übersichtskarte. Toll, was diese engagierten Ortsansässigen auf die Beine gestellt haben. Schön auch, dass nicht alles bis ins Detail durchdesignt ist wie bei den offiziellen Premium-Wanderwege mit ihren standardisierten Ruhebänken.

Radioteleskop EffelsbergEin weiteres Highlight der Gegend ist das beeindruckend riesige Radioteleskop Effelsberg, das sich im Tal versteckt. Mit trittsicheren Kindern ist es eine schöne kleine Runde den Milchstraßenweg zum Teleskop zu laufen und über die Martinshütte und den Grat zurück (Karte bei komoot.de). Die meist schmalen Pfade sind motivierend auch für kleinere Kinder, aber sie sollten wirklich trittsicher sein, damit die Eltern sie nicht dauernd an die Hand nehmen müssen am teilweise sehr steilen Hang und auf dem Grat. Mit etwas Glück bewegt sich die Riesenschüssel, während einer Rast zu ihren Füßen. Viele Grundschulkinder haben einen Hang zu riesigen Zahlen, da sind die Tafeln des Michstraßenwegs genau das Richtige: Die Entfernungen innerhalb unserer Galaxie sind dort aufgeführt und werden in einem Maßstab von 1 zu 100 Billiarden abgewandert.

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Sahrbachtal erreichbar: Mit der Ahrtalbahn kann man nach Kreuzberg fahren und zum Beispiel über den Sahrbachtalweg in das hübsche Dörfchen Kirchsahr wandern und von dort über den Gottfried-Kinkel-Weg über die Höhen und über Krählingen zurück. Das ist eine schöne Tagestour. Wenn man noch den Hochtürmer ersteigen möchte, folgt man kurz hinter Kirchsahr nicht weiter dem Gottfried-Kinkel-Weg mit der Feder-Markierung, sondern dem Weg mit der Römerhelm-Markierung. Kurz bevor man die Höhe erreicht hat, sieht man links über eine Holzeinschlag-Fläche den Gipfel des Hochtürmen und folgt einem schmalen, unmarkierten Fußweg auf das von Steinen bedeckte Gipfelplateau. Hier gab es wohl mal einen römischen Ringwall, daher der Römerhelm auf der Markierung. Wahrscheinlich sind die großen Steinbrocken auch Reste eines unterirdisch erstarrten Vulkanschlotes. Dank des Holzeinschlags ist der Blick nach Südosten frei. Hinter dem Hasenberg erstrecken sich die Bergrücken südlich von Altenahr.

Gipfelplateau des Hocktürmers

2 Gedanken zu „Geheimtipp Sahrbachtal“

  1. Werte Wanderfreundin Karin,
    heute war ich kurz am Hochthürmer und bin auch bis zum Gipfel vorgedrungen. Es dürfte sich um einen keltischen Ringwall handeln,
    ähnlich dem Ringwall auf dem Barsberg (zwischen Bodenbach und Bongard) oder dem (allerdings größeren) bei Otzenhausen. Der Blick vom Hochthürmer ist wundervoll und geht außer Deinen Beschreibungen auch bis zum Siebengebirge (Petersberg und Ölberg).
    Es schreibt Dir Günter.

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